Fragen und Antworten
Hier ein paar typische Fragen und Antworten zu uns und unserer Bürgerenergiegenossenschaft.
Die Genossenschaft
Hier ein paar typische Fragen und Antworten zu uns und unserer Bürgerenergiegenossenschaft.
Die Frankfurter Bürgerenergiegenossenschaft eG ist ein Zusammenschluss vieler Bürger in- und außerhalb der Region Rhein Main. Wir alle haben die gemeinsame Vision einer lebenswerten Zukunft für alle Generationen.
Mit dem Bewusstsein, dass die Energiewende nicht “von oben“ verordnet, sondern vielmehr von der Basis umgesetzt und gelebt werden muss, verfolgten einige Bürgerinnen und Bürger aus dem Rhein Main Gebiet im Frühjahr 2023 sehr intensiv die Idee, die Energiewende mit Hilfe einer Energiegenossenschaft voranzubringen. Wir haben die Idee in die Tat umgesetzt und Anfang Januar 2024 eine Gründungsversammlung in Frankfurt am Main abgehalten. Unsere Motivation ist die Energiewende in Bürgerhand mit möglichst vielen Mitstreitern zu gestalten. Wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber nachfolgenden Generationen und unserer Umwelt sehr bewusst.
- Sie ist einerseits auf die Interessen ihrer Mitglieder ausgerichtet, wird von diesen mit Leben gefüllt und ist dabei gleichzeitig demokratisch organisiert.
- Jedes Mitglied hat unabhängig von der Höhe seiner Beteiligung genau eine Stimme, was dazu führt, dass Genossenschaften nicht wie Aktienunternehmen übernommen werden können.
- Genossenschaften unterliegen einer strengen wirtschaftlichen und rechtlichen Prüfung durch den Dachverband.
- Darüber hinaus sind die wirtschaftlichen Aktivitäten einer Genossenschaft für ihre Mitglieder sehr transparent (Generalversammlung, Teilnahme am Beirat, Arbeitskreisen und an öffentlichen Vorstandssitzungen).
Die Energiegenossenschaft besteht aus ihren Mitgliedern, die in der Generalversammlung gleiches Stimmrecht besitzen. Aus ihren Mitgliedern wählt die Generalversammlung den Aufsichtsrat.
Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Vorstand in sein Amt zu berufen, zu kontrollieren und die Generalversammlung einzuberufen.
Der Vorstand führt die Geschäfte der Genossenschaft. Neben dem Vorstand und dem Aufsichtsrat gibt es einen Beirat, der den Vorstand vor allem durch fachliches Wissen und durch praktische Hilfe unterstützt. Des Weiteren gibt es Arbeitskreise zu bestimmten Themen. Sie sind herzlich und jederzeit willkommen, aktiv bei uns mitzuarbeiten!
Wir freuen uns immer darüber, wenn sich Personen für die FraBeG eG interessieren und sich darüber hinaus engagieren möchten. Denn der Erfolg der EnergieGenossenschaft ist Teamarbeit. Was wäre Ihr Beitrag?
Als Mitglied sind Sie Teil unserer Gemeinschaft und ein wichtiger Umweltakteur. Das gilt auch für Familienangehörige wie Lebenspartner, Kinder oder Enkel (bei Minderjährigen benötigen wir die Zustimmung der Erziehungsberechtigten). Mit der finanziellen Unterstützung der Mitglieder können wir die Projekte umsetzen und unsere gemeinsamen Ziele einer dezentralen Energieversorgung weiterverfolgen.
Darüber hinaus sind wir besonders daran interessiert, wenn Sie mit uns gemeinsam neue Projekte planen und realisieren möchten, dazu ist keine Mitgliedschaft notwendig. Dies könnten z.B. auch Gemeinden sein, die das Thema Erneuerbare Energien (Photovoltaik, Windkraft) im kommunalen Bereich auf der Agenda haben.
Wenn Sie Interesse haben, sich aktiv bei uns einzubringen und uns mit Ihrer Expertise zu unterstützen, sprechen Sie uns an!
Mit dem Kapital aus den Geschäftsanteilen werden Projekte geplant und umgesetzt. In unseren Anfangszeiten liegt der Schwerpunkt auf Photovoltaikprojekten, da diese relativ einfach und schnell zu verwirklichen sind.
Unser Ziel ist später einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen, nämlich Photovoltaik, Wind, Wärme und E-Mobilität.
Die FraBeG eG akquiriert, plant und setzt neue Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien um. Sie haben die Möglichkeit, sich an mehreren, unterschiedlichen Anlagen zu beteiligen und streuen damit die Ertragsrisiken auf die unterschiedlichen Risiken der Anlagenstandorte.
Das Wichtigste ist: Sie helfen, die Energiewende in der eigenen Region und darüber hinaus anzugehen und umzusetzen. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem gemeinschaftlichen Energiewende-Erfolg für alle Generationen.
Mini-PV-Anlagen: „Ein wichtiger Beitrag zur Energiewende!“
Die Frankfurter Bürgerenergiegenossenschaft (FraBeG) hält sogenannte Balkonkraftwerke für ideal, um die Vorteile von Solarstrom kennenzulernen. FraBeG-Vorstandsmitglied Markus Schaufler erklärt, warum.
Mini-PV-Anlagen sind tatsächlich der optimale Einstieg, um die Wirksamkeit einer PV-Anlage selbst zu beobachten. Zusätzlich ergibt sich der Vorteil, dass man seine Stromkosten unmittelbar senkt und Geld spart.
Fachkenntnis ist nicht unmittelbar notwendig, jedoch sollte man keine „zwei linken Hände” haben, und ein Helfer zusätzlich ist sehr zu empfehlen, besonders, wenn es sich tatsächlich um eine Montage am Balkongeländer handelt. Auf Gartenschuppen, Garagendächern und ähnlichen Plätzen geht es einfacher. Es gibt auch immer wieder Helfer, die gerne zur Hand gehen.
Je nach Aufstellart und Ausrichtung sind 200 bis 400 Kilowattstunden pro Jahr und Panel möglich. Zum Vergleich: Ein Zwei-Personen-Haushalt verbraucht pro Jahr 2.000 bis 3.500 Kilowattstunden.
Seit 16. Mai 2024 kann der bestehende Zähler ohne schlechtes Gewissen genutzt werden. Gerade die alten Zähler bieten die beste Möglichkeit, Geld bis zum Tausch zu sparen. Was jedoch benötigt wird, ist die Registrierung beim sogenannten MarktStammdatenRegister. Das ist in etwa das Gleiche, wie ein Kundenkonto bei einem Onlinedienste-Anbieter zu erstellen. Man kann diesen Schritt auch schon im Vorfeld vornehmen. Irgendwann meldet sich dann der Netzdienstbetreiber schon wegen des Zählertauschs.
Mini-PV-Anlagen ermöglichen, sofern im MaStR eingetragen, die Last an die Stromnetze zu reduzieren. Als Einstieg, um die Effizienz von Photovoltaik kennenzulernen, sind Mini-PV-Anlagen optimal. Sie können nie den Bedarf nach mittleren und großen Anlagen ersetzen, sondern nur ergänzen. Allerdings: Im vergangenen Jahr sind bundesweit 300.000 dieser Anlagen installiert wurden – sie decken in Summe den Jahresstrombedarf von 55.000 Haushalten. Das ist ein nicht zu unterschätzender Beitrag zur Energiewende!
Windkraft
Hier ein paar typische Fragen und Antworten zur Windkraft.
In der FraBeG arbeiten wir alle ehrenamtlich und sind in vielen technischen Themen sehr bewandert, aber Windenergieexperten sind wir nicht. Wir sind sehr gut vernetzt in der Branche und haben Fachleute dazu oft befragt und von ihnen gelernt. Deren Erkenntnisse und Erfahrungen anderer erfolgreicher Energiegenossenschaften haben uns dazu bewogen, in die Windenergie zu glauben, die Genossenschaft zu gründen und darin zu investieren. Von Anfang an haben wir, die Gründungsmitglieder der Genossenschaft, immer eine positive Grundeinstellung zu den Windkraftanlagen gehabt. Je mehr wir uns mit dem Thema beschäftigen, desto deutlicher sehen wir Vorteile für uns alle.
Die Windenergie gilt als eine der effizientesten Methoden, grüne Energie zu produzieren. Eine Windkraftanlage der neuesten Generation erzeugt so viel Strom, also 6,8 MW, wie ca. 680 PV-Anlagen auf Einfamilienhäuser mit jeweils 10kWp pro Dach. Dabei braucht die Windkraftanlage eine wesentlich geringere Fläche. Die Erzeugung von Energie durch Wind ist völlig unabhängig davon, ob wenig oder keine Sonne scheint. Windkraft ist das ganze Jahr verfügbar und produziert in Deutschland anteilsmäßig mit Abstand die meiste Energie. Danach folgen PV-Anlagen und dann erst mit großem Abstand fossile Quellen wie Braunkohle, Gas, etc.
Wissenschaftliche Analysen haben festgestellt, dass die Ökobilanz sehr zugunsten von Windkraftanlagen spricht, somit ist die Kritik daran weitestgehend gegenstandslos.
Dazu einige Zahlen und Fakten:
Eine moderne Windkraftanlage verursacht während ihres Baues inklusive Materialherstellung, Transport und Errichtung einmalig etwa 700 bis 800t CO2 pro Megawatt (MW) Leistung.
Durch die CO₂-freie Stromerzeugung amortisiert sich dieser Ausstoß jedoch bereits nach 3 bis 7 Monaten.
Die Emissionen bei der Entstehung setzen sich wie folgt zusammen:
Fundament (ca. 40–50%): Der Großteil der Emissionen entsteht bei der energieintensiven Herstellung von Zement und Beton für den Sockel.
Turm & Gondel (ca. 30–40%): Die Gewinnung und Verarbeitung von Stahl und Gusseisen für den Turm sowie die Antriebskomponenten fallen stark ins Gewicht.
Rotorblätter (ca. 10–20%): Der Einsatz von Materialien wie Epoxidharz, Fiberglas oder Carbonfasern ist sehr energieaufwendig.
Transport & Aufbau (ca. 5%): Schwertransporte der Bauteile zur Baustelle und der Einsatz von Spezialkranen vor Ort.
Über den gesamten Lebenszyklus (inklusive Betrieb, Wartung und Rückbau/Recycling) stößt eine Onshore-Windkraftanlage im Durchschnitt nur ca. 9-11 Gramm CO2 pro erzeugter Kilowattstunde (kWh) aus.
Zum Vergleich: Der deutsche Strommix liegt im Vergleich dazu bei einem Vielfachen (360 Gramm CO2 pro kWh).
Auch energetisch gleicht sich der Bau schnell aus. Die Anlage benötigt etwa 3 bis 5 Monate, um exakt die Energiemenge zu erzeugen, die für ihre gesamte Herstellung, den Transport und den Aufbau aufgewendet wurde. Bei einer typischen Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren erzeugt das Windrad ein Vielfaches der eingesetzten Energie.
Nur das Recycling der Windkrafträder ist nur teilweise gelöst. Hier können viele der Materialien wiederverwertet werden, durch Repowering werden meist nach 25 Jahren nur der Generator und die Gondel mit den Flügel ersetzt; Fundament und Turm werden oft weiter genutzt. Aber auch hier gibt es Fortschritte bzgl. der Kohlefaserflügel. Pilotanlagen zum Recyceln gibt es bereits.
Quelle: https://www.wind-energie.de/fileadmin/redaktion/dokumente/publikationen-oeffentlich/themen/02-technik-und-netze/09-rueckbau/20230801_BWE-Informationspapier_Rueckbau_und_Recycling_von_Windenergieanlagen.pdf
Ein Lösungsansatz kann sein: Netzausbau inkl. intelligenter Netzsteuerung sowie Batteriespeicher im großen Stil. Oft weht auch zu viel Wind, und die Strommenge kann aufgrund von schlecht ausgebauten Netzen nicht verteilt werden. Batteriespeicher werden nicht schnell genug genehmigt, dezentrale Lösungen nicht ins Auge gefasst bzw. gefördert. Die Politik bzw. die Netzbetreiber haben hier ihre Hausaufgaben der letzten Jahrzehnte nicht gemacht, die müssen nun schnellstens nacharbeiten.
In den letzten Jahren konnte durch genaue Forschung auch das ökologische Risiko besser eingeschätzt werden. Bei den neuesten Windanlagen werde die Vögel in Bodennähe gar nicht mehr beeinflusst, da sich die Flügel in so großer Höhe drehen und deren Lebensraum gar nicht mehr durchstreifen.
Zum Thema gibt es auch viele Vorurteile zum Thema Vogelsterben. Diverse Quellen sprechen von ca. 1 bis 4 Vögel pro Windrad im Jahr, das sind ca. 100.000 Vögel im Jahr. Leider sterben jedes Jahr 70 Millionen Vögel im Straßenverkehr und 20 Millionen werden von Katzen getötet.
Erfreulicherweise werden neue Standorte von Windkraftanlagen von den Naturschutzbehörden umfangreich untersucht, um einen schädigenden Einfluss auf Vögel zu verhindern oder zu minimieren.
Durch die erneuerbaren Energie wird die Klimakrise abgebremst oder im besten Fall ganz aufgehalten, damit die Vögel ihren Lebensraum generell behalten können und somit überleben.
Eine Verdopplung der Rotorlänge bedeutet eine 4fache Energieausbeute. Und in größeren Höhen weht der Wind stärker und gleichmäßiger.
Für den Offshore-Bereich spricht, dass dort die Winderträge gleichmäßiger als an Land sind. Zudem weht der Wind stärker und es gibt keine Gerangel um die Flächen für Landwirtschaft oder Baugebiete. Auf dem Meer können aufgrund des Platzangebotes auch viel größere Parks entstehen. Das ist wiederum besser zu finanzieren und so können größere Mengen „grüner Strom“ produziert werden.
Der Mix macht es. Windkraftanlagen werden in Zukunft dominieren, da sie derzeit die effizienteste Methode sind, Strom zu erzeugen. Aber sie müssen mit intelligenten Netzen und Speichersystemen kombiniert werden.


